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Lebenslauf unterschreiben: Ort, Datum, Unterschrift
Kein Gesetz verlangt eine Unterschrift unter dem Lebenslauf, fast jede Personalabteilung erwartet trotzdem eine. Die Platzierung, das richtige Datum und der Weg vom Blatt Papier in die PDF-Datei.

Fast jeder Lebenslauf in Deutschland endet mit drei Angaben: Ort, Datum und einer handschriftlichen Unterschrift. Pflicht ist keine davon, üblich sind sie trotzdem, und genau diese Lücke verunsichert viele Bewerberinnen und Bewerber. Dieser Ratgeber klärt, wohin die Signaturzeile gehört, welches Datum hineingehört, wie du digital unterschreibst und was die Unterschrift rechtlich wirklich bedeutet.
Muss man den Lebenslauf unterschreiben?
Nein. Für Bewerbungsunterlagen schreibt kein Gesetz eine Form vor, eine fehlende Unterschrift ist also kein Formfehler. Die eigenhändige Unterschrift ist im deutschen Recht nur dort zwingend, wo eine Vorschrift ausdrücklich die Schriftform anordnet. Was § 126 BGB darunter versteht, betrifft Verträge und Kündigungen, nicht den Lebenslauf.
Erwartet wird sie trotzdem, und zwar deutlich stärker, als die fehlende Pflicht vermuten lässt. Die Bundesagentur für Arbeit führt Ort, Datum und Unterschrift in ihrer Anleitung zum Lebenslauf als übliche Bestandteile auf, und in Verwaltung, Handwerk, Pflege und im Mittelstand ist ein Lebenslauf ohne Signaturzeile bis heute die Ausnahme. Sie kostet dich zwei Minuten und beantwortet eine Frage, die sonst offenbleibt: ob das Dokument fertig ist oder ein Entwurf.
Was die Unterschrift rechtlich bedeutet
Weniger, als fast überall behauptet wird. Sie macht den Lebenslauf nicht rechtsverbindlich, denn verbindlich wird ohnehin erst der Arbeitsvertrag. Wer falsche Angaben macht, riskiert nach § 123 BGB die Anfechtung dieses Vertrags wegen arglistiger Täuschung. Ausschlaggebend ist dabei die Falschangabe selbst, nicht die Frage, ob jemand darunter unterschrieben hat.
Der Wert der Signaturzeile ist also nicht juristisch, sondern praktisch. Mit der Unterschrift stehst du sichtbar zu dem, was du beim Formulieren der einzelnen Stationen behauptet hast. Das ist ein Signal an die Person, die liest, und es wirkt genau deshalb.
Wohin Ort, Datum und Unterschrift gehören
An das Ende der letzten Seite, linksbündig, unter die letzte inhaltliche Rubrik. Der tabellarische Lebenslauf hält dafür einen festen Platz frei: erst ein Abstand von etwa zwei Leerzeilen, dann eine Zeile aus Ort und Datum, darunter die Unterschrift.

Die Signaturzeile ist der letzte Block im Aufbau des Lebenslaufs, also der einzige Teil, der nach Kenntnissen und Interessen noch folgt. Rutscht sie allein auf eine zweite Seite, ist der Umbruch falsch gesetzt und nicht die Reihenfolge. Zieh in dem Fall lieber eine Station enger zusammen, als die Unterschrift auf einer sonst leeren Seite stehen zu lassen.
Die Gestaltung des Lebenslaufs hört an dieser Stelle nicht auf. Die Zeile beginnt am selben linken Rand wie alles darüber, sie steht weder zentriert noch rechts, und der Abstand nach oben entspricht dem Abstand zwischen zwei Abschnitten. Eine eigene Überschrift bekommt sie nicht, und eine Trennlinie darüber auch nicht.
Welches Datum gehört unter den Lebenslauf?
Das Datum, an dem du die Bewerbung abschickst. Nicht der Tag, an dem du die Datei zuletzt bearbeitet hast, und schon gar nicht der Tag, an dem die erste Fassung entstanden ist. Geschrieben wird es im deutschen Zahlenformat, also 14.09.2026, hinter dem Ort und durch ein Komma getrennt.
Der Ort ist der Ort, von dem aus du dich bewirbst, in aller Regel also dein Wohnort. Ziehst du gerade um, nimm die Adresse, die auch oben im Kopfbereich steht. Zwei verschiedene Orte auf derselben Seite fallen auf, und zwar unangenehm.
Dein Name erscheint damit zweimal auf dem Blatt: oben bei den persönlichen Daten und unten im Namenszug. Das ist keine Dopplung, die man streichen sollte, sondern die Klammer um das Dokument.
Wenn du dich auf mehrere Stellen bewirbst
Dann wird das Datum vor jedem Versand neu gesetzt. Ein Lebenslauf mit einem Datum aus dem Vorjahr sagt der lesenden Person, dass dieselbe Datei seit Monaten unverändert herumgeschickt wird. Das ist die häufigste Art, sich mit der Signaturzeile zu schaden, und sie ist in zehn Sekunden behoben.
Wer viele Bewerbungen verschickt, macht die Datumszeile deshalb zum letzten Arbeitsschritt vor dem PDF-Export, direkt neben der Kontrolle des Dateinamens. Wer die Unterschrift als Bild einsetzt, hält das Datum daneben als Text und fotografiert es nicht mit ab, sonst lässt es sich beim nächsten Versand nicht mehr ändern.
Wie du den Lebenslauf digital unterschreibst
In vier Schritten: auf weißem Papier unterschreiben, das Blatt abfotografieren oder scannen, den Namenszug freistellen und in die Datei einsetzen. Nahezu jede Bewerbung geht heute als PDF raus, und ein sauber eingesetzter Scan ist dabei der Normalfall, kein Notbehelf.

Die Unterschrift freistellen und einsetzen
Unterschreib mit einem kräftigen schwarzen oder blauen Stift, damit die Linien beim Abfotografieren nicht ausfransen. Nimm das Blatt bei Tageslicht von oben auf, schneide eng um den Namenszug herum zu und entferne den Hintergrund, sodass eine PNG-Datei mit transparenter Fläche übrig bleibt. Ein weißes Rechteck auf farbigem Untergrund verrät den eingefügten Scan sofort.
Im Dokument ist die Unterschrift etwa 1 cm hoch und selten breiter als sechs Zentimeter. Größer wirkt sie theatralisch, kleiner verschwindet sie neben dem Text. Sie darf keine Zeile überdecken und sitzt direkt unter der Orts- und Datumszeile, nicht quer über der letzten Station.
| Weg | Wie es geht | Wann er passt |
|---|---|---|
| Scan oder Handyfoto | Auf weißem Papier unterschreiben, abfotografieren, freistellen | Der Normalfall bei jeder PDF-Bewerbung |
| Signatur im PDF-Programm | Den Namenszug einmal hinterlegen und per Klick einsetzen | Praktisch, wenn du dich oft und schnell bewirbst |
| Auf dem Tablet gezeichnet | Mit einem Stift direkt auf dem Bildschirm schreiben | Nur mit echtem Stift, mit dem Finger wird es zittrig |
| Qualifizierte elektronische Signatur | Kostenpflichtiger Dienst mit Identitätsprüfung | Für eine Bewerbung nicht nötig |
Die letzte Zeile der Tabelle sorgt regelmäßig für Verwirrung. Eine qualifizierte elektronische Signatur nach § 126a BGB ersetzt die gesetzliche Schriftform überall dort, wo das Gesetz sie nicht ausdrücklich ausschließt, kostet aber Geld und verlangt eine Ausweisprüfung. Für Bewerbungsunterlagen braucht sie niemand, weil für sie gar keine Form vorgeschrieben ist.
Wie die Unterschrift aussehen sollte
Mit Vor- und Nachnamen, in einem Zug geschrieben, so wie du auch einen Vertrag unterschreibst. Lesbar wie Druckschrift muss sie nicht sein, aber der Namenszug sollte erkennbar zu deinem Namen gehören und auf allen Dokumenten derselbe sein.
Vorname, Nachname oder beides?
Beides. Ein einzelner Nachname wirkt knapp, ein Kürzel aus zwei Buchstaben wirkt wie ein Vermerk auf einem Lieferschein. Wenn dein Namenszug sehr abstrakt ausfällt, setz den Namen zusätzlich in Maschinenschrift darunter. Diese Zeile ist in vielen Vorlagen ohnehin vorgesehen und kostet nichts.
Unterschrift bei Online-Bewerbung und Bewerbungsportal
Sobald du eine PDF-Datei hochlädst, gilt dieselbe Regel wie bei einer Bewerbung per E-Mail: Ort, Datum und eingesetzte Unterschrift gehören ans Seitenende. Am Portal ändert sich daran nichts, denn dort landet exakt die Datei, die später auch ein Mensch öffnet.
Anders liegt der Fall bei Formularstrecken, die dich Feld für Feld durch die Bewerbung führen und gar keinen Lebenslauf als Datei annehmen. Dort ersetzt das Absenden die Unterschrift, und ein Feld dafür existiert nicht. Manche Systeme verlangen zusätzlich ein Häkchen, mit dem du die Richtigkeit deiner Angaben bestätigst. Das ist die Unterschrift dieses Verfahrens.
Für ein Bewerbermanagementsystem ist der Namenszug übrigens ein Bild wie jedes andere und damit ohne Inhalt. Dem Auslesen schadet er nicht, solange er als eigenes Element unter dem Text sitzt und nicht über Textzeilen liegt.
Was in einer Bewerbung sonst noch unterschrieben wird
Das Anschreiben immer, den Lebenslauf üblicherweise, alles andere nicht. Ein Deckblatt bleibt ohne Namenszug, Zeugnisse und Nachweise ebenfalls, denn sie sind Kopien fremder Dokumente und werden nicht von dir ausgestellt.
| Dokument | Unterschrift | Warum |
|---|---|---|
| Anschreiben | Ja, mit Ort und Datum | Die stärkste Konvention der ganzen Mappe |
| Lebenslauf | Üblich, aber keine Pflicht | Signalisiert, dass das Dokument fertig ist |
| Deckblatt | Nein | Es trägt nur Name, Ziel und Foto |
| Zeugnisse und Nachweise | Nein | Fremde Dokumente werden nicht gegengezeichnet |
| Online-Formular | Häkchen statt Namenszug | Das Absenden übernimmt die Funktion |
Bei einer Ausbildungsbewerbung gilt nichts anderes, auch nicht bei Minderjährigen. Der Lebenslauf ist kein Vertrag und verpflichtet niemanden, deshalb unterschreiben Schülerinnen und Schüler selbst, und niemand aus der Familie zeichnet mit.
Häufige Fragen
Muss man den Lebenslauf unterschreiben?
Nein, eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Für Bewerbungsunterlagen ist keine Form vorgeschrieben. Üblich ist sie in Deutschland trotzdem, besonders in Verwaltung, Handwerk, Pflege und im Mittelstand.
Wo muss ich im Lebenslauf Datum, Ort und Unterschrift angeben?
Am Ende der letzten Seite, linksbündig unter der letzten Rubrik. Nach etwa zwei Leerzeilen folgt eine Zeile aus Ort und Datum, darunter der handschriftliche Namenszug. Alles beginnt am selben linken Rand wie der übrige Text.
Wie unterschreibe ich einen Lebenslauf digital?
Unterschreib auf weißem Papier, fotografier das Blatt bei Tageslicht ab und stell den Namenszug frei, sodass eine PNG-Datei mit transparentem Hintergrund entsteht. Diese Datei setzt du unter die Orts- und Datumszeile, etwa 1 cm hoch. Einmal angelegt, lässt sie sich für jede weitere Bewerbung verwenden.
Ist eine Unterschrift bei einer Online-Bewerbung nötig?
Bei einer hochgeladenen PDF-Datei ja, denn dort landet dasselbe Dokument, das auch per E-Mail ankäme. Führt dich ein Portal dagegen durch Eingabefelder und nimmt gar keinen Lebenslauf als Datei an, ersetzt das Absenden die Unterschrift.
Was unterschreibe ich bei einer Bewerbung?
Das Anschreiben in jedem Fall und den Lebenslauf nach üblicher Praxis. Deckblatt, Zeugnisse und Nachweise bleiben ohne Namenszug, weil sie entweder nur Angaben wiederholen oder von jemand anderem ausgestellt wurden.
Welches Datum gehört unter den Lebenslauf?
Das Datum des Tages, an dem du die Bewerbung abschickst. Nicht der Tag der letzten Bearbeitung und nicht der Tag der ersten Fassung. Bewirbst du dich auf mehrere Stellen, setzt du das Datum vor jedem Versand neu, sonst sieht man dem Lebenslauf sein Alter an.
Wie muss die Unterschrift im Lebenslauf aussehen?
Mit Vor- und Nachnamen, in einem Zug geschrieben und erkennbar zu deinem Namen gehörend. Ein Kürzel aus zwei Buchstaben reicht nicht. Wenn dein Namenszug schwer zu entziffern ist, setz den Namen zusätzlich in Maschinenschrift darunter.
Macht die Unterschrift den Lebenslauf rechtsverbindlich?
Nein. Verbindlich wird erst der Arbeitsvertrag, und falsche Angaben berechtigen den Arbeitgeber unabhängig von einer Unterschrift zur Anfechtung wegen arglistiger Täuschung. Die Signaturzeile wirkt nicht juristisch, sondern als Zeichen, dass die Unterlagen fertig sind.